
Das Wichtigste in Kürze
- Das Google Unternehmensprofil ist der kostenlose Eintrag, der bei Google und in Maps neben den Suchergebnissen erscheint – früher hieß er Google My Business.
- Für die lokale Suche zählen laut Google drei Dinge: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Vollständige Angaben und Bewertungen wirken auf zwei davon.
- Hast du keine Laufkundschaft, gibst du statt der Adresse dein Einzugsgebiet an – bis zu 20 Orte oder Postleitzahlen.
- Bewertungen darfst du erbitten, aber nie kaufen oder belohnen: Google löscht solche Inhalte, und nach dem Wettbewerbsrecht ist es abmahnfähig.
- Google ändert seine Funktionen oft – Chat, Anrufliste und Angebotsanfragen gibt es seit dem 31. Juli 2024 nicht mehr.
Inhalt
Was das Google Unternehmensprofil ist
Das Unternehmensprofil ist dein kostenloser Eintrag bei Google. Er erscheint rechts neben den Suchergebnissen, wenn jemand deinen Betriebsnamen sucht – und vor allem in dem Kasten mit der Karte und den drei Betrieben, der bei Suchanfragen wie „Heizung Notdienst Musterstadt“ ganz oben steht. Gepflegt wird das Profil direkt in der Google Suche oder in der Google-Maps-App; die früher eigene Verwaltungs-App gibt es nicht mehr.
Wichtig: Das Profil existiert unter Umständen schon, ohne dass du es angelegt hast – Google erzeugt Einträge auch aus anderen Quellen. Dein erster Schritt ist dann nicht „anlegen“, sondern „Inhaberschaft geltend machen“.
Warum es für Handwerker so viel bringt
Wer einen Handwerker braucht, hat selten Zeit. Er tippt „Rohrbruch“ plus Ort ins Handy und ruft die ersten zwei Nummern an. Welcher Betrieb dort auftaucht, entscheidet Google nach drei Faktoren, die der Hilfebereich selbst nennt:
- Relevanz – wie gut dein Profil zu dem passt, wonach gesucht wurde. Darauf wirkst du mit Kategorie, Leistungen und vollständigen Angaben.
- Entfernung – wie weit dein Betrieb vom Suchenden entfernt ist. Darauf hast du keinen Einfluss.
- Bekanntheit – wie bekannt dein Betrieb ist. Bewertungen und Verweise von anderen Webseiten zahlen darauf ein.
Zwei von drei Faktoren liegen also in deiner Hand – deshalb lohnt sich die Stunde Arbeit. Ein vollständiges Profil ist für einen Handwerksbetrieb oft wirksamer als eine neue Webseite.
In sieben Schritten eingerichtet
- Profil anlegen oder beanspruchen. Gibt es deinen Betrieb in Maps schon, suchst du ihn dort und wählst „Inhaberschaft für dieses Unternehmen geltend machen“. Hat jemand anderes das Profil bereits bestätigt – etwa eine frühere Agentur –, kannst du die Inhaberschaft beantragen.
- Bestätigen lassen. Google gibt dir die Methoden vor, aussuchen kannst du sie dir nicht: Anruf oder SMS, E-Mail, Video-Anruf, aufgezeichnetes Video oder Postkarte. Die Postkarte dauert rund 14 Tage. Danach prüft Google bis zu fünf Werktage, in seltenen Fällen länger.
- Kategorie wählen. Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einstellung im ganzen Profil – sie entscheidet mit, bei welchen Suchanfragen du auftauchst. Nimm die, die dein Kerngeschäft beschreibt („Elektriker“, „Sanitärbetrieb“), und ergänze wenige weitere. Google rät ausdrücklich zu so wenigen Kategorien wie möglich.
- Einzugsgebiet statt Adresse. Empfängst du an deiner Betriebsadresse keine Kunden, musst du die Adresse entfernen und stattdessen dein Einzugsgebiet angeben: bis zu 20 Gebiete – Städte, Orte oder Postleitzahlen, kein Radius. Die Grenzen sollen nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Betrieb entfernt liegen.
- Öffnungszeiten und Telefonnummer. Trag die echten Bürozeiten ein und denk an Sonderzeiten wie Betriebsferien. Die Telefonnummer ist heute der wichtigste Kontaktweg im Profil – lass sie nicht leer und nicht versteckt.
- Leistungen eintragen. Für viele Kategorien kannst du einzelne Leistungen hinterlegen, aus Vorschlägen oder selbst geschrieben („Heizungswartung“, „Bad altersgerecht umbauen“). In die Bezeichnung gehören keine Preise, Telefonnummern oder Werbesprüche – solche Einträge lehnt Google ab.
- Fotos hochladen. Logo, Titelbild und echte Bilder: Fahrzeug, Team, fertige Baustellen. Google nimmt JPG und PNG zwischen 10 KB und 5 MB, mindestens 250 × 250 Pixel, empfohlen 720 × 720; sichtbar sind sie nach 24 bis 48 Stunden. Die Handykamera reicht – siehe Baustellenhandy.
Beiträge: kleine Neuigkeiten statt Werbetexte
Im Profil kannst du Beiträge veröffentlichen – „Aktuelles“, „Angebote“ und „Veranstaltungen“. Für einen Handwerksbetrieb taugt vor allem „Aktuelles“: eine fertige Baustelle mit Foto, ein neuer Geselle, die Betriebsferien im Juli. Beiträge, die älter als sechs Monate sind, werden archiviert, wenn du keinen Zeitraum angegeben hast. Und: Schreib keine Telefonnummer in den Beitragstext – solche Beiträge werden unter Umständen abgelehnt.
Bewertungen: bekommen, beantworten – aber nie kaufen
Bewertungen sind für Handwerker die härteste Währung. Der beste Zeitpunkt zu fragen ist der Moment, in dem der Kunde zufrieden vor der fertigen Arbeit steht – nicht drei Wochen später per Mail. Sag es einfach so: „Wenn Sie zufrieden waren, hilft uns eine kurze Bewertung bei Google sehr.“ Den Link dazu holst du dir in Google Maps über das Menü bei den Rezensionen.
Warum gekaufte Bewertungen doppelt gefährlich sind
Google verbietet Inhalte, für die „direkt oder in Form von Sachleistungen bezahlt“ wurde, und ausdrücklich auch Bewertungen, die wegen eines Anreizes entstanden sind – Zahlungen, Rabatte, kostenlose Produkte oder Leistungen. Google entfernt solche Rezensionen und kann Kontoberechtigungen sperren oder das Konto schließen.
Dazu kommt das Wettbewerbsrecht. Nach dem Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG sind das Übermitteln oder Beauftragen gefälschter Bewertungen (Nr. 23c) und die Behauptung, Bewertungen stammten von echten Kunden, ohne dass das angemessen geprüft wurde (Nr. 23b), stets unzulässig. Und § 5b Abs. 3 UWG macht die Information darüber, ob und wie die Echtheit sichergestellt wird, zu einer wesentlichen Angabe. Abgemahnt wird so etwas von Wettbewerbern, nicht von Google.
So antwortest du auf eine schlechte Bewertung
- Innerhalb von zwei Tagen antworten – aber nie am selben Abend im Ärger. Deine Antwort lesen vor allem die nächsten Kunden, nicht der Verfasser.
- Sachlich bleiben, keine Details nennen. Was beim Kunden zu Hause war, geht die Öffentlichkeit nichts an – und ist datenschutzrechtlich heikel.
- Einen Weg anbieten: „Rufen Sie mich bitte unter … an, wir schauen uns das an.“ Geklärt wird am Telefon, nicht in der Antwortspalte.
- Eindeutige Regelverstöße melden. Beleidigungen, erfundene Vorfälle oder Erpressungsversuche kannst du bei Google melden. Echte, aber unangenehme Kritik wird Google nicht löschen – die beantwortest du einfach gut.
Fünf Fehler, die immer wieder passieren
- Falsche Hauptkategorie. Ein Sanitärbetrieb, der als „Bauunternehmen“ eingetragen ist, taucht bei „Rohrbruch“ nicht auf. Diese eine Einstellung kostet am meisten Aufträge.
- Uneinheitliche Kontaktdaten. Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall identisch sein – im Profil, auf der Webseite, im Impressum, in Branchenverzeichnissen.
- Adresse angegeben, obwohl niemand kommt. Wer keine Laufkundschaft hat, muss die Adresse entfernen und das Einzugsgebiet nutzen. Ein gemietetes Postfach oder virtuelles Büro ist als Adresse ausdrücklich nicht zulässig.
- Verwaistes Profil. Alte Öffnungszeiten, drei Jahre alte Fotos, unbeantwortete Bewertungen – das liest sich wie „Betrieb gibt es vielleicht nicht mehr“.
- Fremde Änderungen nicht bemerken. Nutzer können Korrekturen vorschlagen, und Google ändert Angaben auch selbst, wenn Meldungen eingehen. Du wirst im Profil informiert und kannst widersprechen – aber nur, wenn jemand hineinschaut.
Wie viel Zeit das wirklich kostet
Die Einrichtung ist Arbeit für einen Nachmittag: Angaben ausfüllen, zehn ordentliche Fotos zusammensuchen, Leistungen eintragen. Danach kommt die Wartezeit – die Prüfung dauert bis zu fünf Werktage, bei der Postkarte rund 14 Tage. Im laufenden Betrieb reicht eine feste Gewohnheit: einmal im Monat hineinschauen, neue Bewertungen beantworten, ein Foto und einen kurzen Beitrag nachlegen.
Plane ein, dass Google seine Funktionen laufend ändert. Chat, Anrufliste und die Möglichkeit, über das Profil ein Angebot anzufordern, wurden zum 31. Juli 2024 abgeschaltet; die mit dem Profil gebauten Webseiten im März 2024. Wenn eine Anleitung dir also eine Funktion verspricht, die du nicht findest: Schau in den Hilfebereich von Google, nicht in einen zwei Jahre alten Ratgeber.
Fazit
Das Google Unternehmensprofil ist die günstigste Werbung, die ein Handwerksbetrieb haben kann: Es kostet nichts außer Sorgfalt. Richte es einmal richtig ein – passende Kategorie, korrekter Name, Einzugsgebiet statt Adresse, gute Fotos – und pflege es danach in kleinen Schritten. Bitte zufriedene Kunden um eine Bewertung, beantworte jede einzelne, und lass die Finger von gekauften Sternen. Was danach im Büro passieren muss, steht im Ratgeber zur Auswahl einer Handwerkersoftware.
Häufige Fragen
Kostet das Google Unternehmensprofil etwas?
Nein. Google beschreibt es selbst als kostenloses Unternehmensprofil, mit dem du festlegst, wie dein Betrieb in der Google Suche und auf Google Maps erscheint. Bezahlen musst du nur für Anzeigen – das ist ein anderes Produkt und fürs Profil nicht nötig.
Ich habe keinen Laden – kann ich das Profil trotzdem nutzen?
Ja, und zwar als Betrieb mit Einzugsgebiet. Wenn du an deiner Adresse keine Kunden empfängst, musst du sie aus dem Profil entfernen und stattdessen angeben, wo du arbeitest: bis zu 20 Städte, Orte oder Postleitzahlen. Die Grenzen sollten nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Betrieb entfernt liegen.
Darf ich meine Kunden um eine Bewertung bitten?
Fragen darfst du, belohnen nicht. Google untersagt Bewertungen, die durch Zahlungen, Rabatte oder kostenlose Leistungen angeregt wurden, und entfernt sie. Zusätzlich sind gefälschte oder beauftragte Bewertungen nach dem Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG stets unzulässig und können von Wettbewerbern abgemahnt werden.
Wie lange dauert es, bis mein Profil bestätigt ist?
Nach dem letzten Bestätigungsschritt prüft Google bis zu fünf Werktage, in seltenen Fällen länger. Läuft die Bestätigung über eine Postkarte, kommen etwa 14 Tage Postweg dazu. Welche Methoden dir angeboten werden – Anruf, SMS, E-Mail, Video oder Postkarte –, legt Google fest.
Jemand anderes verwaltet mein Profil – was kann ich tun?
Das passiert oft, wenn früher eine Agentur oder ein ausgeschiedener Mitarbeiter das Profil bestätigt hat. Google bietet dafür ein Verfahren an: Du beantragst die Inhaberschaft, der bisherige Inhaber wird benachrichtigt und hat Zeit zu reagieren. Meldet er sich nicht, kannst du das Profil übernehmen.



